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Das Kastell Frankopan

Das Kastell Frankopan ist eines der größten historischen Zeugnisse der Besiedelung der Insel Krk. Vom ruhigen, weitläufigen Platz Kamplin startet man heute zur Besichtigung des Kastells: neun Jahrhunderte alte authentische Steindurchgänge, die teilweise erneuert und in Ausstellungsräume umgebaut wurden, teilweise der Einschichtung überlassen, in die sich jede Zeit und jede Generation eingeschrieben hat. Heute kann das gesamte Bauwerk bei einem Spaziergang über das Mauerwerk besichtigt werden, die Stockwerke dreier Türme beschreitend und das weitläufige Innere des Kastells betrachtend.  
Das Kastell Frankopan wurde über lange Jahre von der Krker Adelsfamilie Frankopan errichtet, zwischen dem 12. und dem 15. Jahrhundert, mit dem Zweck die Stadt zu verteidigen, damit im Falle eines Angriffs innerhalb des Mauerwerks sowohl die Soldaten als auch die Bürger unterkommen können.  

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Quadratischer Turm oder Gerichtssaal

Der quadratische Turm ist der älteste Teil des Kastells. Man geht davon aus, dass er selbstständig erbaut wurde, mit der Funktion eines Glockenturms der Kathedrale, da die Krker Kathedrale keinen anderen Glockenturm hatte. Von diesem Turm hörte man neben den Kirchenglocken auch die Alarmglocken, wenn sich die Stadt in Gefahr befand. Der Nachweis für das Baujahr ist die Lunette, die über der Tür des quadratischen Turms errichtet wurde und auf welcher die Inschrift steht:  
„Dies ist das Werk der gesamten Gemeinschaft im Jahre des Herrn 1191. Zu Zeiten des Johannes, Bischof von Krk und von Bartol und Vida, Fürsten von Krk, wurde dieses Werk begonnen“. Diese Lunette kann auch heute bei der Besichtigung des Kastells gesehen werden.
In den Schichten des quadratischen Turms wurden Fresken gefunden, sodass die Möglichkeit besteht, dass der gesamte Turm zur Feier der Liturgie oder anderer Feiern genutzt wurde, und gewiss ist, dass der Turm später die Funktion eines Gerichtssaals hatte.  
Diesen Turm können wir auch auf dem ältesten erhaltenen Bild der Stadt Krk erkennen, auf dem des Malers Girolamo da Santa Croce, auf welcher der Hl. Quirin die Stadt Krk hält. Das Bild entstand etwa im Jahr 1530 und kann heute in der Franziskanerkirche auf Košljun besichtigt werden.
Der Reisende beginnt beim Betreten des Turms mit der Besichtigung des Kastells. Im Erdgeschoss ist das älteste Denkmal ausgestellt, auf dem der Name der Stadt Krk erwähnt wird, aus dem 4. Jahrhundert, und im ersten Stockwerk kann man den Stammbaum der Frankopans erforschen, sowie Puppen mit den Kleidern aus der Zeit der Frankopans besichtigen.

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Runder oder Venezianischer Turm

Dieser Turm wurde Venezianischer Turm genannt, da er zur Zeit der Venezianischen Regentschaft erneuert wurde, die ihre Unterschrift in Form einer nachträglich eingemauerten Tafel mit dem Löwen des Hl. Markus hinterließ, mit der eingemeißelten Inschrift Aureae Venetorum libertati (Der heiligen venezianischen Freiheit), im Jahr 1500. Diese Tafel ist heute von der Außenseite des Turms sichtbar.
Aus dem Inneren dieses Turms können wir die imposante Tür erkennen, die heute zugemauert ist, und zur Zeit des Baus hatte sie ein Gitter. Wir können auch die Wehrnischen der Kanonen besichtigen, die der Stadt zugewandt sind, und dies wird, nach dem Beispiel von Dubrovnik, als venezianischer Brauch interpretiert, um sich vor ihren Vasallen zu schützen. Heute gibt es im Erdgeschoss des runden Turms eine Ausstellung, die eine kulturhistorische Übersicht der Entstehung der Stadt Krk bietet, von der Zeit der Liburnen bis heute. In das zweite Stockwerk steigend treten wir zur Besichtigung auf das Mauerwerk hinaus, von dem man einen Ausblick in alle vier Himmelsrichtungen hat.

 

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Die Mauern des Kastells

Auf der nordwestlichen Seite des Kastells finden wir statt eines vierten eckigen Turms, neben den drei bestehenden, den sogenannten „mašikul“, einen Wachposten, der überdacht war, aber es war kein echter Turm. Dies ist ein Argument zugunsten der Annahme, dass das gesamte Kastell so erbaut wurde, dass die Mauern auf die zwei vorgefundenen, älteren Türme (quadratischer und österreichischer) angebaut wurden und diese als Eckpunkte genutzt wurden, ihre geeignete Lage in Richtung Meer und Stadt nutzend.  
Die Steinkonsolen, die wir längs der gesamten Mauern vorfinden, zeugen davon, dass sowohl die Mauern wie auch die Türme zum Rundgang genutzt wurden, mithilfe der Holzbalken, aber auch des Stein- und Ziegelmaterials. Auf den südlichen Mauern sehen wir die Öffnungen der Schießscharten, die Abdeckungen zum Schutz der Schützen hatten.  
Das Innere des Kastells ist ein nicht überdachter großer Raum, in dem in Zeiten der Gefahr Soldaten, wie auch Bürger Unterschlupf fanden. Die Sterna – der Wassertank, hat für Trinkwasser gesorgt, und zwei Ausgänge, auf der südlichen und der westlichen Seite, dienten zur Versorgung.

In den Öffnungen im nördlichen Mauerwerk, den Kanonennischen, sind heute Exponate ausgestellt: in einer Nische das Maß für Getreide (das zum Verkauf und zur Versteuerung diente), und in einer anderen die älteste römische Inschrift auf der Insel Krk, die über die Erweiterung der Mauern berichtet, und vom Bestehen der Stadt um 50 – 30 v. Chr. zeugt.
In den Einbuchtungen der südlichen Mauern sind Cippi, liburnische Grabsteine ausgestellt.
Die Art, wie das Kastell der Frankopan meisterhaft in die römischen Stadtmauern einfügt wurde, ruft auch in der heutigen Zeit die Bewunderung der Historiker hervor. Auf der östlichen Seite ist ein Ausgang auf das alte Mauerwerk sichtbar, und praktisch sind auch die alten Türme genutzt worden, um dieses Wehr- und Militärgebäude zu befestigen.  
Heute ist das Kastell Frankopan in der Stadt Krk eines der wichtigsten Denkmäler der Familie Frankopan, zwischen dem 12. und dem 17. Jahrhundert eine der mächtigsten Familien in der Geschichte Kroatiens, eine wertvolle Quelle für die Deutung der militärischen und der urbanen Geschichte der Stadt, aber auch ein magischer Ort für Besucher, die erkunden möchten, wie und warum etwas so geschehen ist, dass wir so geworden sind, wie wir sind und wie wir sein könnten ...


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Liburnischer Cippus

Diese zylindrischen Objekte mit einem gewölbten Abschluss stellen Grabsteine dar, Grabkennzeichen, zeitlich an das erste Jahrhundert der römischen Herrschaft am östlichen Ufer der Adria gebunden, in der Zeit, in welcher die Stadt Krk den Namen Curicum trug. Diese einfachen monolithischen Strukturen stellen in der gesamten antiken Welt ein Unikum dar, deren Verbreitung nicht die Grenzen des Gebietes überschreitet, welches von den prähistorischen Liburnen bewohnt worden war, die das Gebiet vom Fluss Raša in Istrien bis zum Fluss Krka auf dem dalmatinischen Gebiet besiedelten. Wenn auch die Genesis der Cippi noch immer fraglich ist, die wahrscheinlichste Theorie legt ihre Verbindung mit den liburnischen Hügelgräbern dar. Die Hügelgräber stellten nämlich eine Form der „Architektur“ der Gräber dar, die nicht nur bei den Liburnen verbreitet war, sondern auch bei zahlreichen anderen prähistorischen Gemeinschaften Europas und Kleinasiens, bei denen über dem Grab ein Stein- oder Erdhügel als Zeichen des Begräbnisses selbst aufgeschüttet wurde.  Auch heute kann man in Olivenhainen entlang der Straße, die von Krk nach Punta führt, einzelne Spuren solcher Steinhügel sehen, der letzten Ruhestätte alter Ureinwohner des alten Krker Stadtkerns. Die Form und die Funktion der Cippi selbst betrachtend, können wir die Cippi als romanisierte Version der Grabhügel definieren, übertragen in einen einfachen monolithischen Stein. Wenn auch sie sich durch die Form von den standardisierten antiken Grabdenkmälern abheben, wie z. B. der Stele, hören ihre Unterschiede hier auf, da sie wie auch die Stele als Kennzeichnung des Grabes dienten, und als solche allgemeine Informationen über den Verstorbenen tragen. Dies sind in Kürze der Name und das Alter des Verstorbenen, der Name des Dedikanten, der das Denkmal aufstellt, alles unterlegt durch verschiedene Grabformeln.

Einzelne Cippi zeichnen sich durch konkave Einbuchtungen in ihrer Basis aus, und man kann davon ausgehen, dass in diesen Einbuchtungen die verbrannten Überreste der Verstorbenen ruhten.

Aufgrund der Form, der Größe und der Bearbeitungsart ist es möglich drei Typen der liburnischen Cippi zu unterscheiden, die sich mit drei Zonen ihrer Verbreitung überlappen. Das ist das Gebiet der antiken Stadt Asseria, das Gebiet der Stadt Zadar und ihrer Umgebung und am Ende die Insel Krk. Gerade aufgrund der Gebiete ihrer größten Konzentration bekamen sie ihren typologischen Namen verliehen, wie die Asserische, Zadaer und Krker Cippigruppe.
Die Asserische Cippigruppe ist in dieser Gruppe die umfangreichste. Die grundlegenden Merkmale dieser Gruppe sind in erster Linie die ausgeprägte Monumentalität. Alle Cippi sind monolithisch, sorgfältig ausgemeißelt und mit einem außerordentlichen Sinn für Proportionen und Ornamentik.  Am häufigsten sind sie mit Astragalen, Flechten, tordierten Profilierungen, Akanthusblättern oder einer anderen Pflanzenornamentik geschmückt. Die Ausschmückung des Kalottenteils mit Schuppenornamenten ist eine unerlässliche Form dieser Form.

Die Zadaer Cippigruppe unterscheidet sich von der Asserischen hauptsächlich in der Größe, da diese viel kleiner sind. Das Beschriftungsfeld ist in der Regel fast immer mit Girlanden umrandet, während die Kalotte wie bei den Asserischen Ausschmückungen ein Schuppenornament aufweist, aber ihr Auftreten stellt in diesem Fall keine strenge Regel dar.  
Die auf der Insel Krk gefunden Cippi sind der Ausschmückung nach die einfachste Gruppe, deren Dekoration nur eine Profilierung darstellt, welche den Rumpf von der Basis und der Kalotte abtrennt, wie auch das profilierte Beschriftungsfeld.  
Auf der Insel Krk wurden insgesamt 10 Cippi gefunden. Ihre Entdeckung war nie in situ, sondern war durch die Jahrhunderte außerhalb des sepulkralen Zwecks ungenutzt, hauptsächlich zu Bauzwecken. Wo sich diese Cippi ursprünglich befanden, werden wir nie erfahren, aber der Fund einer antiken Nekropole neben der Villa Šinigoj und unter der Stadtgemeinde, westlich des alten Stadtkerns, legt die Vermutung ihrer ursprünglichen Lage nahe.  
Diese fünf vorgestellten Cippi können zeitlich auf das 1. und 2. Jahrhundert unserer Zeit datiert werden.
Die anfängliche Grabformel D(is) M(anibus), beziehungsweise die Widmung den Göttern der Manen, den Göttern, die für die Seelen der Toten verantwortlich sind, beziehungsweise den göttlichen Seelen, datiert diese Cippi in die Zeit der Herrschaft des Augustus und danach, als man begann, diese Formel zu verwenden.  
Die Grabinschriften tauchen bei 3 Exemplaren auf, während zwei nicht textuell sind. Das Fehlen eines Grabtextes kann so interpretiert werden, dass das erst fertiggestellte Denkmal noch nicht seine vorgesehene Funktion hatte oder auch als Kenotaph, wie z.B. für einen verschollenen Seemann.

D(is) m(anibus) OPPIAE
L(uci) F(iliae) PROCLAE
AVRELIA P(ubli) F(ilia)
MAXIMA MATRI
PIENTISSIMAE
V(iva) F(ecit)

Den göttlichen Seelen. Der sehr gläubigen Prokla, Tochter des Lucius, von Aurelia Maxima, Tochter des Publius, zu Lebzeiten errichtet.

D(is) M(anibus)
L(ucio) FONTEIO
EUTYCHET(o)
PATRI SEXTI
LIANUS FIL(ius)
CVM FRAT
RIB(us) SVIS PO
SVIT

Den göttlichen Seelen. Lucius Fontei Eutychet, dem Vater, errichtet vom Sohn Sextilian und seinen Brüdern.

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NIAE
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FVSCAE    

Fuski